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Berufsbild des Kunsthändlers

Kunsthandel unterscheidet sich wesentlich von anderer Handelstätigkeit.
Als Vermittler von originalen Kunstwerken ist dieser Beruf nicht nur auf Gewinnerzielung ausgerichtet, sondern erfüllt ebenso eine kulturelle Aufgabe. Der Kunsthändler ist also nicht nur Kaufmann, sondern auch Berater. Das Verhältnis zwischen Kunsthändler und Kunstkäufer bedingt somit ein besonders hohes Maß an persönlichem Vertrauen.
Im Gegensatz zu Gebrauchs- und Verbrauchsgütern zeichnen den Kunstgegenstand Eigenschaften aus, die für Laien nicht ohne weiteres erkennbar sind. Für die Vermittlung sind deshalb besondere Kenntnisse und eine entsprechende Berufserfahrung notwendig.
Der Bundesverband, der seinerseits der Confederation Internationale des Negociants en Oeuvres d’Art (C.I.N.O.A.) angehört, erwartet von den Mitgliedern seiner Landesverbände, daß sie sich der besonderen Verantwortung ihres Berufes bewußt sind, ihn gemäß den geschriebenen und ungeschriebenen Grundsätzen des Berufsverbandes ausüben und sich insbesondere dem Berufsbild des Kunsthändlers verpflichtet fühlen.

Verhaltenskodex des Kunsthandels

Um die vorgenannten Ziele zugunsten des Kunden zu erreichen, hat sich der deutsche Kunsthandel einem verbindlichen Verhaltenskodex für den internationalen Handel mit Kunstwerken unterworfen, der wie folgt lautet:

Angesichts der weltweiten Besorgnis über den Handelsverkehr mit gestohlenen Antiquitäten und Kunstwerken und der illegalen Ausfuhr solcher Objekte, sowie angesichts des Verbots des Handels mit Objekten aus artengeschützten Materialien, unterwirft sich der deutsche Kunsthandel folgenden Verhaltensnormen:

  1. Der deutsche Kunsthandel wird sich nicht am Import, Export oder Handel solcher Gegenstände beteiligen, bei denen hinreichender Grund zu der Annahme besteht, daß

    1. der Verkäufer nach geltendem Recht nicht zur Verfügung über den Gegenstand berechtigt ist, insbesondere der Gegenstand mittels Diebstahl oder in anderer Weise unrechtmäßig erworben wurde.

    2. ein importierter Gegenstand in seinem Herkunftsland unter Verstoß gegen das dort geltende Recht erworben wurde.

    3. ein importierter Gegenstand ohne die erforderliche Erlaubnis ausgegraben oder aus Ausgrabungsstätten erworben wurde.

  2. Der deutsche Kunsthandel verpflichtet sich darüber hinaus, kein Objekt auszustellen, zu beschreiben, zu begutachten, zu bewerten oder aufzubewahren in der Absicht, seinen unrechtmäßigen Handel oder Export nicht nur nicht zu verhindern, sondern sogar zu begünstigen.

  3. Im Rahmen der gegebenen rechtlichen Möglichkeiten wird sich der deutsche Kunsthandel ferner für die Rückführung gestohlener oder illegal ausgeführter Gegenstände in ihr Ursprungsland einsetzen, sofern der Nachweis unrechtmäßiger Ausfuhr aus diesem Land erbracht worden ist, die Rückführung innerhalb angemessener Zeit verlangt und im Falle eines rechtmäßigen Erwerbs eine angemessene Entschädigung gewährt wird.

  4. Der deutsche Kunsthandel befürwortet die Ziele der Artenschutzgesetze. Er wird sich auch künftig nicht am Handel mit Gegenständen aus artgeschützten Materialien beteiligen, die nach Verabschiedung des Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) hergestellt sind. Er wird seiner Deklarationspflicht nach den geltenden Artenschutz-Bestimmungen gewissenhaft nachkommen.

  5. Der deutsche Kunsthandel wird auch sonst nichts unternehmen, was geeignet ist, den illegalen Handel oder Export von Kunstgegenständen zu fördern, vielmehr an dessen Hinderung nach Kräften mitwirken.

  6. Verstöße gegen diesen Verhaltenskodex werden von den unterzeichneten Verbänden mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, ohne Ansehen der Person, verfolgt.

  7. Dieser Verhaltenskodex betrifft alle Gegenstände, die üblicherweise Gegenstand des Kunst- und Antiquitätenhandels sind. Die unterzeichneten Verbände werden ihre Mitglieder auf die Einhaltung dieses Kodex verpflichten.

Erwerb der Mitgliedschaft im Verband des Hessischen Antiquitäten und Kunsthandels e. V.

Der Verband ist ein Zusammenschluß von Facheinzelhändlern, die hauptberuflich und überwiegend mit Kunstgegenständen und Antiquitäten nach den Zolltarif-Nummern 9701 bis 9703, 9705 und 9706 handeln.

Der Verband vertritt die gemeinsamen beruflichen Interessen seiner Mitglieder, insbesondere auch im Hinblick auf die Förderung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Kunsthandels. Er ist Mitglied des Bundesverbandes des Deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels (BDKA) und unterstützt dessen Zielsetzungen.

Der Verband fördert das in der Satzung des BDKA niedergelegte Berufsbild des Kunsthändlers als eines gewissenhaften und sachkundigen Kunstvermittlers, der dem in seine Person gesetzten besonderen Vertrauen seiner Kunden gerecht wird. Die Sachkunde seiner Mitglieder soll der Verband auch einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Voraussetzung zur Aufnahme ist entweder eine mindestens fünfjährige selbständige kunsthändlerische Tätigkeit oder eine gleichwertige Qualifikation. Der Antragsteller muß sein Geschäft nach den Grundsätzen eines ordentlichen Kaufmannes führen und Kenntnisse der kultur- und kunstgeschichtlichen Grundbegriffe einschließlich der wichtigsten einschlägigen Literatur aufweisen.

Der Antrag auf Aufnahme in den Verband kann gestellt werden, wenn von zwei fachlich qualifizierten Kollegen, die ebenfalls Verbandsmitglieder sein müssen und im gleichen Fachgebiet wie der Bewerber arbeiten, jeweils eine Bürgschaft vorliegt.

Nach Erfüllung all dieser Voraussetzungen wird das Geschäft des Bewerbers durch Fachkollegen in Augenschein genommen und der Bewerber der Hauptversammlung zur Aufnahme vorgeschlagen. Innerhalb einer Frist von acht Wochen können die Mitglieder eventuelle Bedenken einbringen.

Mitgliedsantrag [pdf]

Die Haftung des Kunsthändlers

Für die von ihm nach bestem Wissen und Gewissen überprüften und schriftlich deklarierten Eigenschaften eines Kunstgegenstandes übernimmt der Kunsthändler die volle gesetzliche Haftung. Die in anderen Branchen übliche Haftungsbeschränkung durch allgemeine Verkaufsbedingungen gibt es grundsätzlich bei den Mitgliedern des BDKA nicht.

Das Schiedsgericht des BDKA

Sollte der Kunde einer BDKA-Mitgliedsfirma dennoch im Einzelfall eine Beanstandung haben, steht ihm die Möglichkeit offen, das Schiedsgericht des BDKA anzurufen. Mitglieder des Schiedsgerichts sind gestandene Kunsthändler - oft mit juristischer Vorbildung -, die versuchen werden, den Streitfall einer raschen und fairen Lösung zuzuführen.

Mitgliedschaft im Bundesverband des Deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels e.V. (BDKA)

In Deutschland existieren insgesamt sechs Landesverbände. Um die Interessen zu bündeln, haben sich diese in einem Bundesverband zusammengeschlossen.

Der Bundesverband regelt alle überregionalen Belange der Landesverbände, betreibt das Schiedsgericht, ordnet die von den Landesverbänden ausgerichteten Messen und vertritt die Landesverbände in der C.I.N.O.A.